Ob in Bildung, Beruf oder Business - längst sind die smarten Programme der Künstlichen Intelligenz aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und sie werden immer leistungsstärker und schlauer. Doch was passiert mit uns Menschen? Macht uns die Verwendung von ChatGPT & Co. immer denkfauler und dümmer? Genau dieser Frage gingen Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nach und kamen in einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zu besorgniserregenden Ergebnissen ...
„Use it or lose it“ – wer sein Gehirn nicht fordert, baut ab. Schon lange bekannt, aber im Zeitalter der KI aktueller denn je. Das MIT Media Lab wollte nun über eine Studie* herausfinden: Was passiert in unserem Kopf, wenn wir kognitive Aufgaben immer öfter an die KI abgeben?
Über 4 Monate verfolgten die MIT-Forscher 54 Studierende von 5 Bostoner Universitäten beim Verfassen von Essays. Eine Gruppe nutzte ausschließlich ChatGPT, eine andere Gruppe die Google-Suche und eine weitere Gruppe schrieb ganz ohne digitale Hilfe. Parallel wurde mit EEG gemessen, wie aktiv das Gehirn dabei war.
Das Ergebnis: Bei den ChatGPT-Nutzern war die Aktivität in 32 überwachten Gehirnregionen deutlich geringer als bei den Vergleichsgruppen. Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Kontrollvermögen nahmen sichtbar ab.
Zu Beginn nutzten die Teilnehmer ChatGPT noch als Hilfestellung. Doch bald übernahmen sie ganze Textblöcke unverändert. Der Denk- und Schreibprozess wurde ausgelagert. Besonders auffällig: Als die KI-Nutzer ihre Aufsätze ohne KI neu schreiben sollten, konnten 83 Prozent nicht mehr genau wiedergeben, was sie selbst verfasst hatten – ein klares Zeichen für geringere kognitive Verarbeitungstiefe.
Die Textanalysen zeigten außerdem: KI-Nutzer verwendeten häufiger Standardformulierungen und hatten einen kleineren Wortschatz. Ihre Texte wirkten unoriginell und unpersönlich. Die Kontrollgruppen hingegen erinnerten sich besser, entwickelten eigene Ideen und konnten KI-Ergebnisse kritisch prüfen. Kurz: Wer vorher selbst denkt, nutzt KI klüger. Wer sich früh an Bequemlichkeit gewöhnt, riskiert den Verlust eigener Denkfähigkeit.
Die Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von „cognitive debt“ – kognitiven Schulden. Kurzfristig spart man durch KI Zeit und Mühe, langfristig schwächt man sein Denkvermögen. Die Studienergebnisse sind zwar kein Beweis, dass KI uns künftig automatisch immer dümmer machen wird. Aber sie zeigen, dass unkritische, exzessive Nutzung von KI unser Gehirn messbar weniger leistungsfähig machen kann.
KI kann uns enorm produktiver machen – wenn wir sie gezielt als Werkzeug nutzen. Gerade Fach- und Führungskräfte brauchen dafür höchste geistige Beweglichkeit, Klugheit, Kreativität und die Fähigkeit zu kritischem Denken. Modernes Mentaltraining stärkt genau diese Fähigkeiten. Damit KI nicht zum IQ-Killer, sondern zum Turbo Ihrer Karriere wird.
*Quelle: Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT): Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI-Assistant for Essay Writing Task, 2025
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